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Waldbaden - ein sanftes, natürliches Heilmittel

Dr. med. habil. Dr. Karl J. Probst • 4. August 2024

Waldbaden - ein sanftes, natürliches Heilmittel

Waldbaden wurde in den 1980er Jahren aus Japan herkommend populär. Beim Waldbaden geht es darum, eine bessere Verbindung zur Natur und zu sich selbst herzustellen und hierdurch gesundheitliche Wirkungen an Körper, Geist und Seele zu erzielen.

Was genau ist Waldbaden?

Beim Waldbaden wandert man mindestens 15 - 20 Minuten langsam und bedächtig durch den Wald oder setzt sich auf eine Bank oder einen Baumstumpf etc. und nimmt die Natur mit allen Sinnen wahr.

Diese Praxis des "Waldbadens" hat gerade in Deutschland mit seinen endlosen Wäldern eine jahrhunderte, wenn jahrtausende lange Tradition. Bereits unseren Vorfahren, besonders den alten Germanen, aber auch Kelten, war der Wald ein heiliger Ort.In den Gedichten der Epoche der deutschen Romantik (19. Jahrhundert) kommt die intensive Hinwendung zu Natur, insbesondere auch im Wald, in welchem man sich dem "Göttlichen" und "Ewigen" nahe fühlte, besonders stark zum Ausdruck, auch wenn man damals nicht den Begriff "Waldbaden" kannte, welcher vergleichsweise fast schon etwas banal anmutet.

Tatsächlich hat besonders der regelmäßige Aufenthalt im Wald etliche positive gesundheitliche Wirkungen, so dass zu Waldspaziergängen nur geraten werden kann. Hierzu tragen vor allem die Phytonizide bei. Dies sind natürliche, bioaktive Substanzen, die von Pflanzen, vor allem von Bäumen (vor allem Nadelbäume, Eichen, Buchen), freigesetzt werden. Beim Waldbaden (japanisch: Shinrin-yoku) atmet man die Phytonzide ein, die sich in der Waldluft befinden.

Das Waldbaden und insbesondere die Phytonizide haben viele positive Auswirkungen:
  • Stressabbau - Der Aufenthalt in der Natur senkt den Cortisolspiegel und reduziert Stress.
  • Mentale Gesundheit - allgemeine Verbesserung der kognitiven Funktionen, weniger geistige Ermüdung, statt dessen Steigerung der Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Verminderung der Symptome bei Depression - Erhöhung des Serotoninspiegels verbessert die Stimmung.
  • Verminderung der Symptome bei Angststörungen - beruhigende Wirkung des Waldes, kein Lärm, keine Reizüberflutung
  • Bessere Schlafqualität
  • Verbesserung der Konzentration bei ADHS
  • Verbesserung des Immunsystems - Phytonzide erhöhen die Aktivität der natürlichen Killerzellen. Dies gilt auch bei spezifischen Krankheiten wie Krebs und Autoimmunerkrankungen.
  • Reduktion des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Hypertonie (Bluthochdruck) - Studien haben gezeigt, dass der Aufenthalt in Wäldern, wo Phytonzide in hoher Konzentration vorkommen, den Blutdruck und die Herzfrequenz senken kann. Der Wald hat also auch hier eine beruhigende Wirkung
  • Förderung der körperlichen Gesundheit - Bewegung (Gehen) im Wald verbessert die kardiovaskuläre Fitness und Muskelfunktion.
  • Unterstützende Wirkung bei der Behandlung von Diabetes und Adipositas
  • Verbesserung der Atemwegs-bzw. Lungenfunktion - Linderung von Symptomen bei Asthma und anderen Atemwegserkrankungen durch saubere, sauerstoffreiche Waldluft
  • Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität, auch bei chronischen Schmerzen.
  • Verbesserte Kreativität - Aufenthalt in der Natur befreit den Geist und steigert die Kreativität.

Beispiele von Studien:

In einer wissenschaftlichen Metaanalyse vom 27. Februar 2024 wurden insgesamt 63 Studien weltweit zum Waldbaden ausgewertet (1).
Es ergaben sich in allen Altersgruppen signifikante Besserungen des Wohlbefindens. Waldbaden verbessert sowohl die körperliche, wie auch die seelische und auch die geistige Gesundheit.

In einer anderen, vor einem halben Jahr, im Juli 2023 erschienenen  - und ebenfalls hier unten verlinkten Studie – konnte durch Waldbaden eine positive therapeutische Wirkung bei Depressionen nachgewiesen werden (2)

Wer regelmäßig in den Wald geht, wo er ganz und gar von reiner Natur umgeben ist und dort auch einmal länger innehält, wird irgendwann auch meditativ erspüren, dass echte Heilung tatsächlich nur durch die Natur kommen kann.





Bildnachweis: Pixabay
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